Michael-Jackson-Biopic: Der King of Pop kehrt zurück
Das Michael-Jackson-Biopic machte nach dem Kinostart mit sehr unterschiedlichen Reaktionen auf sich aufmerksam: Die Zuschauer lieben den Film. Er spielte am ersten Wochenende fast 100 Millionen US-Dollar ein. Er gilt als stärkster Start eines Biopics und übertraf sogar den Erfolg des Queen-Epos Bohemian Rhapsody. Die Kritiker bemängeln, dass der Film nur die Karriere des Superstars, nicht aber die Schattenseiten thematisiert. Dass die Missbrauchsvorwürfe gegen Kinder nicht erwähnt werden, stößt vielen Menschen auf. Doch der Film endete 1988. Da gab es die Vorwürfe noch gar nicht. Eine Fortsetzung ist nicht ausgeschlossen. Somit darfst du dich auf einen besonderen Kinoabend freuen, der neben einer sehr guten schauspielerischen Leistung überzeugt und in der Generation, die den Aufstieg Michael Jacksons erlebte, Erinnerungen hervorruft.
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Michael: Das Wichtigste in Kürze
- Kinostart: 22.04.2026
- Drama: FSK 6
- Dauer: 127 Minuten
- Hauptdarsteller: Jaafar Jackson, Colman Domingo, Nia Long
- Regisseur: Antoine Fuqua
- USA, Lionsgate
Drei Facts zum Film
- Michael Jacksons Neffe Jaafar lässt den King of Pop wieder auferstehen
- Das Biopic ist von den Erben lizenziert und mitproduziert
- Der Schwerpunkt liegt auf der Kindheit und der Musikkarriere, Skandale werden ausgespart, was ich persönlich gut finde.
Sehenswert?
Für Michael-Jackson-Fans ist dieses Biopic ein Muss. Alle anderen sollten ebenfalls ins Kino gehen. Warum? Jaafar Jackson lässt seinen Onkel wieder auferstehen. Und das nicht nur bei den Tanzeinlagen: Er verkörpert die schwierige Rolle mit hoher Authentizität.
Michael-Jackson-Biopic in der Handschrift der Familie
Erstaunt schaute ich auf die Kinoleinwand, als ich den Trailer zu „Michael“ das erste Mal sah. Sollte sich wirklich ein Regisseur an diesen Mythos wagen? Gibt es einen Schauspieler, der sich traut, diese Rolle zu übernehmen?
Ja, ich hatte richtig gesehen. Es würde ein Michael-Jackson-Biopic geben. Der Hauptdarsteller sieht dem King of Pop sehr ähnlich. Er hat die schmale Figur und er beherrscht den legendären Tanzstil. Das war im Trailer sehr gut zu sehen. Ich war nie der Riesen Michael-Jackson-Fan. Aber ich konnte mich der Musik nicht entziehen. Deshalb stand fest: Diesen Film musste ich sehen.
Eins nehme ich vorweg: Du solltest ihn dir auch anschauen. Denn er ist einfach mal verdammt gut. Der King of Pop kehrt noch einmal zu uns zurück. Statt der Skandale gibt es persönliche Einblicke, die sich einbrennen und manches, was den Mythos Michael ausmachte, erklären. Der Trailer kündigt an, dass du den Aufstieg einer Legende begleiten wirst. Und diesem Anspruch wird das Biopic gerecht.
Nach Elvis, Freddie und Bob nun Michael Jackson
Wir haben Freddie Mercury mit Queen auf der Kinoleinwand gesehen. Ebenso Elvis, Bob Dylan und Ami Winehouse. Elton John und Bruce Springsteen bekamen ihre Biopics zu Lebzeiten. Doch wer wagt sich an den Mythos Michael Jackson? An einen der größten Popstars der Musikgeschichte, der mit dem Album „Thriller“ aus dem Jahr 1982 das erfolgreichste Album aller Zeiten veröffentlichte?
Die Antwort ist einfach: Das Biopic „Michael“ trägt die Handschrift der Familie. Seine Brüder Tito, Jermaine und Marlon sowie Schwester LaToya werden im Abspann des Films erwähnt. Jackie Jackson, das fünfte Mitglied der „Jackson Five“, übernahm eine unterstützende Rolle.
Produziert wurde das Epos von Graham King, John McClain und John Branca. McClain arbeitete viele Jahre mit Michael Jackson als Musikmanager und Geschäftspartner zusammen. Im Film spielt er keine tragende Rolle. Sein Anwalt John Branca wird von Miles Teller verkörpert,
Graham King war bereits für „Bohemian Rhapsody“ verantwortlich. Der Film gewann vier Oscars, unter anderem wurde Rami Malek als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Eine Verbindung zwischen dem Produzenten und Michael Jackson ist nicht bekannt.
Die Erwartungen waren hoch. Ich habe den Film tief beeindruckt verlassen und werde ihn mir noch einmal anschauen. Er ist berührend und gibt dem Zuschauer Einblicke in Michaels Leben, die nur eine Familie preisgeben kann. Und das macht das Biopic so besonders.
Jafaar Jackson: Der Neffe verkörpert Michael Jackson
Die Mimik, die Figur und das Lächeln sind unverkennbar: Es ist ein Jackson, der Michael spielt. Jafaar Jackson ist der Sohn von Jermaine. Er war dreizehn Jahre als, als sein berühmter Onkel starb. In Interviews erzählt er, dass er Michael als ruhig und warmherzig in Erinnerung hat. Und dass er von dessen Kreativität beeindruckt gewesen wäre.
Jafaar Jackson war vor seiner Rolle als Michael als Sänger und Tänzer in den sozialen Medien bekannt. Er hatte keinerlei Schauspielerfahrung. Nach seiner Rolle befragt, sagte er, dass er sie mit viel Demut angenommen hätte und seine Familie stolz machen wolle. Das Projekt war mehrere Jahre in Planung: Er habe sehr viel trainiert. Obwohl er Teil des Jacson-Clans ist und einen berühmten Vater hat, empfand er es als surreal, seinen Onkel zu spielen.
Es hätte keinen Besseren gegeben
Ich lege mich fest: Kein professioneller Schauspieler hätte die Rolle des Michael Jackson besser verkörpern können, als sein Neffe Jafaar. Er beherrscht die einzigartigen Bewegungen und ist Teil der Familiengeschichte. Darin sind sich im Übrigen auch die Kritiker einig: Der Neffe ist für die Rolle geboren und hat sich exzellent vorbereitet. Das Talent für die Musik hat er geerbt. In einigen Szenen glaubst du, dass Michael seine Rolle selbst spielt.
Eine Handlung, die den Film trägt und berührt
Das Michael-Jackson-Biopic beginnt in der Kindheit. Vater Joseph möchte raus, aus seinem einfachen Leben, und übernimmt die musikalische Förderung seiner Söhne. Ab der Mitte der 1960er-Jahre traten zunächst die älteren Brüder Jackie, Tito und Jermaine bei Schüler- und Talentwettbewerben auf.
Michael und sein ein Jahr älterer Bruder Marlon kamen etwas später hinzu. Der Film beginnt im Jahre 1966. Michael war acht Jahre alt und wurde mit seiner Stimme und seinem Tanzstil zum Frontmann der Jackson Five. Der Erfolg stellte sich schnell ein, doch der Vater trieb seine Söhne weiter an. Dafür nutzte er auch seinen Gürtel. Diese physische und psychische Gewalt in der Kindheit mag dazu beigetragen haben, dass er mit zunehmendem Lebensalter mit seinem Verhalten verwunderte.
Der Beginn einer einzigartigen Karriere
Michael möchte Musik machen. Es muss aus ihm heraus, sagt er und verfolgt sein Ziel mit Beharrlichkeit. Mittlerweile ist er erwachsen und hat den Wunsch, seinen eigenen Weg zu gehen. Er weiß um seine Einzigartigkeit und möchte ein Album aufnehmen, über das die Welt spricht. Der Vater ist einverstanden, solange Michael das Projekt mit seinen Brüdern nicht vernachlässigt.
Ende der 1970er-Jahre veröffentlicht Michael seine ersten Soloprojekte und sorgt für ohnmächtige Begeisterung beim Publikum. Bevor er sein legendäres Thriller-Album veröffentliche, trennte er sich von seinem Vater als Manager. Er tut ihm den Gefallen einer letzten Tour mit den Jackson Five im Jahre 1984. Dann steigt er auf, in den Zenit der Popmusik und feiert gigantische Erfolge.
Enge Bindung an die Familie
So sehr Michael seinen Vater fürchtet, so sehr hängt er an seiner Mutter. Auch seiner älteren Schwester LaToya vertraut er. Auffallend ist, dass seine berühmte jüngste Schwester Janet Jackson im Film und in der Produktion keine Rolle spielt. Beide hatten in frühen Jahren eine enge Bindung aneinander. In seinen späten Jahren isolierte sich Michael zunehmend von seiner Familie und von den Geschwistern.
Warum Janet in dem Film und im Abspann nicht genannt wird, ist im Bereich der Spekulation angesiedelt. Ihre ältere Schwester LaToya sagte in einem Interview, dass Janet gefragt wurde und höflich ablehnte. Das würde die Familie respektieren. Bekannt ist außerdem, dass Janet sich stärker von dem Mythos Michael distanziert, als ihre Geschwister.
Von einem Bruch innerhalb der Familie kann nicht gesprochen werden. Die Bande der Geschwister sind eng. Es gibt keinen öffentlichen Streit oder sonstige Auseinandersetzungen. Wie verbunden der junge Michael seiner Familie war, wird in dem Film überdeutlich.
Es ist der Teil der Handlung, den ich so berührend finde. Der Superstar wohnt in seinem Kinderzimmer und hält im Garten seiner Eltern den eigenen Zoo. Wenn er das Haus verlässt, trifft er auf die ohnmächtige Hysterie der Fans.
Der Fokus liegt auf der Musik
Der Fokus des Films liegt auf der Musik. Du hörst Michaels Hits und siehst ausführliche Performances, die an das Original, das Michael einst tanzte, angelehnt sind. Der Film erzählt, wie der King of Pop den Aufstieg schaffte.
Ich war in den 1980er-Jahren ein Teenager und kann mich noch erinnern, wie Billy Jean und Beat It unsere Kassettenrecorder eroberten. Wir konnten in der DDR weder LPs noch Singles kaufen. Wir nahmen unsere Lieblingslieder in Mono aus dem Radio auf. Und waren begeistert, von diesem Beat, der sofort ins Ohr und in die Beine ging.
Für mich war es interessant, die Entwicklung des Künstlers hinter diesen Songs zu verfolgen. Die Handlung bringt den Film voran. Es ist schade und überraschend, dass er so schnell und so plötzlich zu Ende ist. Die gut zwei Stunden sind vorbei, obwohl du noch so viel von der Handlung erwartest. Doch genau das macht einen guten Film aus.
Thriller – ein Musikvideo, das polarisierte
Thriller ist der neunte und damit der letzte Song auf dem gleichnamigen legendären Album von Michael Jackson. Er koppelte den Song als Single aus und veröffentlichte sie am 23. Januar 1984. Etwa vier Wochen zuvor, in der Weihnachtszeit, hatte das Video auf dem Musiksender MTV Premiere. Im Film siehst du einen Ausschnitt aus den Dreharbeitern zu „Thriller“. Und du erfährst, dass MTV die ersten Hits wie „Beat it“ und „Billy Jean“ nicht spielen wollte, weil Michael Jacksen ein schwarzer Künstler war.
Michael war der Meinung, dass Videos eine Geschichte erzählen müssen. Viele seiner Produktionen sind legendär. Doch das Thriller-Video bricht bis heute alle Rekorde. Es ist im Original mehr als 13 Minuten lang und somit gar kein klassisches Musikvideo. Vielmehr ist es ein Kurzfilm, der eine Geschichte erzählt. Damals, in den 1980er-Jahren polarisierte der Kurzfilm. Die Welt war eine andere.
Horror und Verschwörungsszenen? – Bitte erst nach 22 Uhr
Ich war 13 Jahre alt, als Thriller veröffentlicht wurde. Damals gab es kein Internet. In der DDR konnten wir weder die Platte noch die Single kaufen. Konzerte waren uns verwehrt. Als Michael Jackson 1988 vor dem Reichstag auftrat, versammelten wir uns in den Gassen hinter der Mauer, um ihn wenigstens zu hören. Es war ein unglaubliches Erlebnis!
MTV empfingen wir in der DDR erst gegen Ende der 1980er-Jahre. Aber wir konnten die Musiksendung Formel Eins schauen. Sie lief im Dritten Programm des Westfernsehens und wurde einmal in der Woche ausgestrahlt. Als „Thriller“ die Charts eroberte, war der WDR für die Ausstrahlung zuständig. Formel Eins lief am Abend ohne das Video. Nach 22 Uhr gab es eine Sondersendung, in der „Thriller“ in voller Länge gezeigt wurde.
Wenn Teenies nachts ins Wohnzimmer schleichen
Wie viele meiner Mitschüler, schlich ich mich ins Wohnzimmer. Meine Eltern schliefen schon. Ich drehte den Ton ganz leise. Und gruselte mich schrecklich. Am nächsten Tag war das Video Gesprächsthema Nummer 1. „Hast du es auch gesehen?“
Grund für die späte Ausstrahlung waren die Vorgaben des Jugendschutzes in der BRD. Es ist irgendwo witzig, dass wir es trotzdem alle gesehen haben. Auch die Teenager in der BRD hatten den Fernseher ihrer Eltern – oder den Kofferfernseher im eigenen Zimmer – noch einmal eingeschaltet, obwohl sie längst im Bett liegen sollten. Das Video war schon damals eine Legende.
Mehr als eine Milliarde Klicks auf YouTube
Heute ist das Video auf YouTube frei verfügbar. Die offizielle Fassung, die du auf dem Kanal von Michael Jackson abrufen kannst, wurde in einem Zeitraum von 16 Jahren 1,15 Milliarden mal angeklickt. Damit reiht es sich unter den 25 erfolgreichsten Videos in der Musikgeschichte ein.
Nach vielen Jahren haben wir uns das „Thriller“-Video angeschaut, nachdem wir das Michael-Jackson-Biopic im Kino gesehen hatten. Ich muss sagen, dass ich den Jugendschutz gut verstehen kann. Unser Enkel musste lachen, als er die Szenen sah. Ich habe mich erschreckt und gegruselt. Es ist wohl eine Generationenfrage.
Übrigens: Das Video beginnt mit der Botschaft, dass sich Michael Jackson vom „Glauben an Okkultismus“ distanziert. Der Hinweis wurde nachträglich eingefügt. Die Jackson-Familie gehörte den Zeugen Jehovas an. Sie kritisierten die Darstellung des Werwolfs und der Zombies. Michael entschied sich für die Stellungnahme und zog das Video trotz hohen Drucks der Glaubensgemeinschaft nicht zurück.
Fazit: Schau dir den Film unbedingt an
Ob im Kino oder im Stream: Du solltest das Michael-Jackson-Epos gesehen haben. Die schauspielerische Leistung von Jafaar Jackson ist ebenso beeindruckend wie seine Ähnlichkeit mit dem Onkel und die Kunst, den Tanzstil von Michael zu kopieren.
Im Kino löst der Film bei den Fans Begeisterung aus, während die Kritiken eher durchwachsen sind. Es fehlen die Skandale, die sich um Michael Jackson rankten. Gerüchte besagen, dass der Film aufgrund juristischer Unzulänglichkeiten stark gekürzt wurde.
Die Familie darf die beispiellose Karriere zeigen
Das Michael-Jackson-Biopic ist ein Film, der von Wegbegleitern und der Familie Michael Jacksons entwickelt wurde. Nur so konnte ein Film über einen der größten und erfolgreichsten Stars der Musikgeschichte funktionieren. Welcher Schauspieler, welcher Regisseur hätte sich da ohne Zustimmung des engsten Kreises heranwagen sollen?
Ich bin der Meinung, dass es der Familie zusteht, den Weg vom Kinderstar zum Superstar nachzuzeichnen. Das Drama mit dem Vater und die beginnende Medikamentensucht, die Michael Jackson früh das Leben kostete, werden einbezogen.
Ich persönlich brauche keine Szenen zu den Missbrauchsvorwürfen und die Darstellung eines durch seine Kindheit und den unglaublichen Ruhm gefallenen Menschen. Es steht der Familie zu, in einem Film das zu thematisieren, was Michael Jackson geleistet hat.
Geht die Geschichte weiter?
Der Film endet im Jahre 1988. Michael Jackson war mit dem Album „Bad“ auf einem Zenit seiner Weltkarriere angekommen. Nach einem der legendären Auftritte bei seiner Stadiontour, den Jafaar Jackson so grandios performt, ist die Handlung zu Ende.
His Story Continues. Die Geschichte geht weiter.
Dieser Satz, der im englischen Original und in der deutschen Fassung vor dem Abspann gezeigt wird, lässt alle Fans des Biopics auf eine Fortsetzung hoffen. Es soll sehr viel Material aus dem ursprünglich viel länger konzipierten Film vorhanden sein. Nach 1988 setzte Michael seine Weltkarriere fort. Es gäbe noch viel zur erzählen.
Keine offizielle Bestätigung der Fortsetzung – bislang!
Bislang hat der Filmverleih Lionsgate hat eine Fortsetzung bislang noch nicht offiziell bestätigt. Doch der große kommerzielle Erfolg lässt die Hoffnung zu, dass Michaels Geschichte bis zum Ende erzählt wird. Ob und wie die Kontroversen um den Weltstar behandelt werden, bleibt abzuwarten. Sie begannen in den 1990er-Jahren und haben bislang noch keinen Platz, weil das Biopic 1988 endet.
Das Michael-Biopic konzentriert sich auf den Aufstieg des Weltstars und spart die dunklen Kapitel seines Lebens aus. Für mich geht das in Ordnung. Ich würde sie auch im zweiten Teil nicht sehen wollen. Denn seine Karriere, sein Talent und seine Musik sind einzigartig. Darf man einen Film nicht darauf beschränken? Man darf, meine ich! Bist du anderer Ansicht? Schreib es gern in die Kommentare.


ISSN 3053-674X
TS 2026-23





